Pfahlbauten, Schwefel und Nordseewind: Was St. Peter-Ording so besonders macht

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St. Peter-Ording gilt vielen als Nordsee-Klassiker: zwölf Kilometer Strand, Wattenmeer und Wind satt. Hinter dieser Fassade stecken aber ein paar Überraschungen – von einem Strand, der aus zwei zusammengewachsenen Sandbänken entstand, bis zu einer Schauspielerin, die hier von der Schule flog. Dieser Artikel sammelt 13 Fakten, die den Ort abseits der üblichen Postkartenmotive zeigen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • St. Peter-Ording bietet zwölf Kilometer Sandstrand, der bei Ebbe bis zu zwei Kilometer breit wird.
  • Die Gemeinde vereint vier Orte mit ganz eigenem Charakter: Bad, Dorf, Böhl und Ording.
  • Es ist das einzige deutsche Seebad mit einer eigenen Schwefelquelle.
  • Der Ort liegt mitten im UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.
  • Markenzeichen sind die historischen, bis zu sieben Meter hohen Pfahlbauten direkt am Strand.
  • Der Ordinger Strand ist einer der wenigen Strände in Deutschland, den man (saisonal) direkt mit dem Auto befahren darf.

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Landschaft und NaturGeschichte und NamenAktiv am StrandBauwerke und bekannte Gesichter

St. Peter-Ording entdecken: Wussten Sie schon, dass...

Landschaft und Natur

  • ...zwei Sandbänke zum Strand wurden?
    Der Strand von St. Peter-Ording ist kein gewöhnlicher Küstenstrand. Er entstand, als sich zwei vorgelagerte Sandbänke, Hitzsand und Hochsichtsand, im Lauf der Zeit ans Festland anlagerten. Beide gehörten ursprünglich zu den Außensänden des Nordfriesischen Wattenmeeres. Heute erstreckt sich der daraus gewachsene Strand über bis zu zwölf Kilometer und wird bei Niedrigwasser bis zu zwei Kilometer breit. Der Tidenhub beträgt hier bis zu drei Meter.
    💡 Tipp: Die große Strandbreite gilt nur bei Ebbe, planen Sie einen Strandbesuch am besten anhand des Gezeitenkalenders.
  • ...SPO Teil der größten zusammenhängenden Wattlandschaft der Welt ist?
    Der Ort liegt mitten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, das seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Es ist Lebensraum für über 2.000 Tierarten und Rastplatz für rund zehn Millionen Zugvögel im Jahr.
    💡 Tipp: Im Nationalpark-Haus erfahren Sie mehr über das Wattenmeer und seine Tierwelt – eine gute Vorbereitung für eine Wattwanderung.
  • ...der Sand jahrhundertelang eher Fluch als Segen war?
    Was heute das größte Kapital des Ortes ist, machte den Bewohnern früher das Leben schwer. Wegen des ständigen Sandflugs konnte kein Hafen angelegt werden, professioneller Fischfang blieb dadurch unmöglich. Landwirtschaftliche Flächen versandeten oder gingen in Sturmfluten ganz verloren – allein Ording verlor rund 200 Hektar Land. Die Ordinger mussten ihre Kirche im Laufe der Zeit zweimal aufgeben, einmal wegen heranrückender Sturmfluten und ein weiteres Mal wegen der wandernden Dünen.
    💡 Tipp: Diese Geschichte erfahren Sie vertiefter im Museum der Landschaft Eiderstedt, ein guter Programmpunkt für einen Regentag.

Geschichte und Namen

  • ...zwei Dörfer sich einen Namen teilen?
    St. Peter und Ording waren lange zwei getrennte Gemeinden. Kirchlich schlossen sie sich 1867 zusammen, politisch erst am 1. Januar 1967. Der Name St. Peter stammt dabei nicht vom Dorf, sondern von der gleichnamigen Kirche: Der ursprüngliche Ortsname Ulstrup verschwand, weil der Ort durch Versandung so viel Land verloren hatte, dass sich der Kirchenname durchsetzte.
    💡 Tipp: Ein Ortsteil-Hopping mit dem Fahrrad lohnt sich, um den unterschiedlichen Charakter von Bad, Dorf, Böhl und Ording zu spüren.
  • ...die Schwefelquelle eher zufällig gefunden wurde?
    1953 entdeckten Bohrungen in St. Peter-Ording eine starke Jodsolequelle. 1958 folgte die staatliche Anerkennung als Nordseeheil- und Schwefelbad, damit ist der Ort bis heute das einzige deutsche Seebad mit eigener Schwefelquelle. Ein Aufenthalt soll unter anderem Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System stärken.
    💡 Tipp: Wenn Sie das Schwefelwasser einmal ausprobieren möchten, fragen Sie im Gesundheits- und Wellnesszentrum der Dünen-Therme direkt nach den Anwendungen mit der Sole.
  • ...die Pfahlbauten mit einer Bude für Cognac begannen?
    1911 errichteten Einheimische den ersten Pfahlbau am Ordinger Strand, die sogenannte Giftbude. Der Name stammt vom plattdeutschen Ausdruck „dor gifft dat wat" (da gibt es was) – gemeint war nach dem Sprung in die Nordsee traditionell ein Cognac. Die Sturmflut von 1935 zerstörte die Giftbude, rund 40 Jahre später entstand an gleicher Stelle das heutige Strandcafé Silbermöwe.
    💡 Tipp: Die Pfahlbauten erreichen Sie am besten zu Fuß über die Holzstege, zum Sonnenuntergang ist dort besonders viel los.

Aktiv am Strand

  • ...Sie mit dem Auto direkt auf den Sand fahren können?
    Der Ordinger Strand gehört zu den wenigen Stellen in Deutschland, die Sie regulär mit dem Pkw befahren und beparken dürfen. Erlaubt ist das nur auf der ausgewiesenen Parkfläche (Mitte März bis Ende Oktober). Seit März 2025 läuft die Einfahrt kamerabasiert: Das Kennzeichen wird erfasst und ein Anhalten am Kassenhäuschen entfällt.
    💡 Tipp: An schönen Sommertagen füllt sich der Strandparkplatz schnell, weichen Sie bei Bedarf auf die Parkplätze am Deichfuß aus.
  • ...hier Wind, Wellen und Weltmeisterschaften regieren?
    Windstärken 7 bis 10 sind an diesem Strand keine Seltenheit. Das macht St. Peter-Ording zu einem der besten Reviere Europas für Strandsegeln, Kitesurfen und Windsurfen. Der Yachtclub richtet bereits seit 1963 Strandsegel-Wettkämpfe aus, und von 2006 bis 2015 war der Ort Austragungsort des größten Kitesurf-Events der Welt.
    💡 Tipp: Auch ohne eigene Ausrüstung können Sie Strandsegeln oder Kitesurfen bei einer der ortsansässigen Schulen ausprobieren.
  • ...eine lange Tradition ohne Badeanzug besteht?
    St. Peter-Ording hat eine lange Freikörperkultur-Tradition, offizielle FKK-Zone ist der nördliche Abschnitt der Badestelle Ording. Auf der gesamten zwölf Kilometer langen Sandbank mischen sich Textil- und FKK-Strandgäste ohnehin, feste Grenzen gibt es nur an markierten Stellen.
    💡 Tipp: Der FKK-Strandabschnitt bei Ording-Nord ist über einen eigenen Fußgänger- und Fahrradsteg erreichbar. Hunde sind (an der Leine) ebenfalls willkommen.
  • ...Sie in der Dünen-Therme bei jedem Wetter baden können?
    Die Dünen-Therme kombiniert ein Meerwasser-Erlebnisbad (betrieben mit echtem Nordseewasser) mit Saunalandschaft. Im Wellenbecken schwimmen Sie unabhängig von Wind und Wetter, der Saunagarten ahmt die Dünenlandschaft der Umgebung authentisch nach.
    💡 Tipp: Bei schlechtem Wetter ist die Therme eine gute Alternative zum Strand. Unter der Woche oder außerhalb der Ferienzeiten ist es hier deutlich ruhiger.

Bauwerke und bekannte Gesichter

  • ...die Seebrücke schon fast 100 Jahre alt ist?
    Die erste Seebrücke in St. Peter-Ording entstand bereits 1926. Die heutige Seebrücke im Ortsteil Bad ist 1.095 Meter lang, führt vom Deich bis zum Pfahlbau-Restaurant Arche Noah und ist ausschließlich Fußgängern vorbehalten.
    💡 Tipp: Ein Spaziergang über die Seebrücke lohnt sich besonders zum Sonnenuntergang, dann liegt das Licht flach über dem Watt.
  • ...der Leuchtturm oft verwechselt wird?
    Direkt in St. Peter-Ording steht der rotbraune Böhler Leuchtturm (gebaut 1892), der nicht begehbar ist. Häufig verwechselt wird er mit dem deutlich bekannteren Leuchtturm Westerheversand. Dieser steht aber gar nicht in St. Peter-Ording, sondern in der Nachbargemeinde Westerhever und ist rund 40 Meter hoch.
    💡 Tipp: Planen Sie für den Leuchtturm Westerheversand einen eigenen Ausflug ein, der Zugang über den Stockenstieg ist von Juni bis September begehbar.
  • ...bekannte Gesichter aus SPO vom Internat zur Leinwand wechselten?
    Schauspielerin Iris Berben besuchte als Kind das Nordsee-Internat in SPO und wurde schließlich von der Schule verwiesen. Auch Jazzmusiker Knut Kiesewetter ging hier zur Schule.
    💡 Tipp: Die Seebrücke diente 2011 als Kulisse für den Kinofilm „Rubbeldiekatz" mit Matthias Schweighöfer.

Zuletzt bearbeitet am: 07. September 2026

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